Arbeiten jenseits der Regelaltersgrenze

Zur Anpassung der Arbeitsbedingungen an die Anforderungen des demographischen Wandels gehört auch die Frage nach einer Korrektur starrer Regelaltersgrenzen. Obwohl ein substantieller Anteil der Beschäftigten (spätestens) mit Erreichen der Regelaltersgrenze aus dem Arbeitsprozess ausscheiden möchte, ist eine zunehmende Tendenz zu beobachten, länger berufstätig zu bleiben. Einige Beschäftigte streben damit nach Verwirklichung ihrer Berufsfreiheit, andere sehen sich aus wirtschaftlichen Gründen dazu veranlasst. Die rechtlichen Rahmenbedingungen, etwa im Arbeitszeitrecht, Kündigungsrecht oder Befristungsrecht, sind derzeit allerdings auf die "Rentnerbeschäftigung" nicht ausreichend eingestellt, Unternehmen, die an sich Interesse an der zeitweiligen Beschäftigung eingearbeiteter älterer Mitarbeiter auch über die Regelaltersgrenze hinaus haben könnten, befürchten wegen fehlender Rechtssicherheit Probleme. Daher soll rechtsvergleichend mit den aus den nordischen Ländern bereits bekannten Erfolgen untersucht werden, ob Regelungen speziell für die Beschäftigung von Rentenberechtigten geschaffen werden sollten und ggf. mit welchem Inhalt.
Ein wichtiger Aspekt für die Option, in höherem Lebensalter noch berufstätig zu bleiben, ist weiterhin das Diskriminierungsrecht. Die Zahl der Entscheidungen auf europäischer und nationaler Ebene zum Thema "Altersdiskriminierung" ist hoch, eine belastbare dogmatische Generallinie ist daraus aber immer noch nicht erwachsen. Umso wichtiger ist eine Bestandsaufnahme, die die Entwicklungslinie in den Rechtsordnungen der Mitgliedstaaten transparent macht. Im laufenden Jahr konnten die Ergebnisse zur finnischen Rechtslage dargestellt und veröffentlicht werden. Die Ergebnisse zum schwedischen Recht folgen. Zudem haben mehrere Projektbeteiligte Vorträge zum Thema gehalten. Unterstützt wird dieses Projekt von der Arbeitsgruppe "Elder Law" an der Universität Lund, sowie von Prof. Niklas Bruun, Universität Helsinki. Ein Finanzierungsantrag an die Deutsche Forschungsgemeinschaft wurde bewilligt für eine Dauer von 24 Monaten. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat 2014 eine Finanzierung dieses Projekts für die Dauer von 24 Monaten bewilligt.

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