Mit Design for Six Sigma zur nutzerorientierten App

Motivation

Morbus Parkinson ist eine Erkrankung bei Personen des mittleren

und höheren Alters. Bei der Festlegung der Therapie orientiert

sich der behandelnde Neurologe an subjektiven Aussagen

des Patienten und der während des Arztbesuches ersichtlichen

Ergebnisse. Der Einsatz von mobilen Apps im häuslichen Umfeld

zum Monitoring der Erkrankung kann dem behandelnden

Neurologen einen Eindruck seines Patienten weit über

die Sprechstunden hinaus geben. Mobile Applikationen berücksichtigen

Faktoren wie motorische Einschränkungen oder

Erfahrungsgrad mit neuen Technologien häufig nicht. Aus

diesem Grund erfordern Softwareprodukte im Bereich Morbus

Parkinson einen nutzerorientierten, gebrauchstauglichen

Softwareentwicklungsprozess.

Methoden

Seniorenfreundliche Produktentwicklung erfordert ein Verständnis

für die Bedürfnisse des Nutzers. Die Prinzipien des

Design for Six Sigma bieten durch die Fokussierung auf Kundenbedürfnisse

einen möglichen Ansatz hierfür. Nach der Entwicklung

eines funktionellen Prototypen einer mobilen Applikation

zur Therapiekontrolle bei Parkinson fand am Institut

für Medizintechnik und Mechatronik der Hochschule Ulm im

Frühling 2012 ein Expertenreview im Hinblick auf Usability

der Applikation und Gebrauchstauglichkeitsprüfungen mit an

Parkinson Erkrankten und nicht Erkrankten ähnlichen Alters

statt. In Zusammenarbeit mit der TQU Business GmbH wurden

die Ergebnisse mit denen aus dem Bereich Six Sigma, Qualitätsmanagement,

stammenden Methoden Voice of the Customer (VOC) und KANO einer Anforderungsanalyse unterzogen.

Anschließend erfolgte die Umsetzung der erarbeiteten Anforderungen

zur Weiterentwicklung eines nutzerfokussierenden

Prototyps.

Ergebnisse

Mit Hilfe der Methoden VOC und KANO entsteht ein nutzerfokussierter

Prototyp, der Eigenschaften umfasst wie schwarze

Schrift auf weißem Hintergrund zur Erzeugung eines deutlichen

Kontrasts, Imagebuttons in Kombination mit Schlagwörtern,

um die Bedeutung zu verstärken, keinerlei Anglizismen,

wiederkehrende Strukturen in der Navigation um die Nutzung

der Applikation im Gedächtnis zu verankern. Zudem macht der

Prototyp den Einsatz auf Smartphones und Tablets mit dem

Betriebssystem Android möglich. Die vorliegend beschriebene

seniorenzentrierte Softwareentwicklung stellt eine intuitive

Bedienung und kontinuierliche Anwendung der Applikation

sicher, bei welcher der Benutzer Spaß an der Bedienung der

Software hat und an der Förderung des eigenen Gesundheitszustandes

beteiligt ist.

 

(Quelle:http://www.steinbeis-edition.de/out/pictures/media/9783943356670.pdf)

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